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Garantie bei Zahnersatz und Zahnbehandlung bzw. Implantaten?

Garantie oder Gewähleistungsansprüche bei Zahnersatz hat der Patient in Deutschland immer.

Der behandelnde Zahnarzt trägt eine zweijährige Garantie oder Gewähr nach § 137 Absatz 4 SGB V Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V)   auf eine Versorgung mit Zahnersatz:

"Der Zahnarzt übernimmt für Füllungen und die Versorgung mit Zahnersatz eine zweijährige Gewähr. Identische und Teilwiederholungen von Füllungen sowie die Erneuerung und Wiederherstellung von Zahnersatz einschließlich Zahnkronen sind in diesem Zeitraum vom Zahnarzt kostenfrei vorzunehmen.  Der Eigenanteil der Versicherten bei Zahnersatz bleibt unberührt."

Ihr Zahnarzt wird auf Ihre Probleme eingehen und nachbessern, wenn Sie ihm die Mängel beschreiben. Sollten Sie sich nicht mit ihm einigen können, wenden Sie sich an Ihre Krankenkasse.  Die Kasse kann einen vereidigten Gutschter bestimmen, um Ihre Probleme prüfen zun lassen, und den Zahnarzt verpflichten, seiner nachbesserungspflicht nachzukommen. Auch eine Anfrage an die Zahnärztekammer kann Hilfe bringen.

Das Prozedere heißt dann Gutachterverfahren. Selbst wenn der erste Gutachter keine Begründung für eine nachbesserung findet, kann noch ein Obergutachten in Auftrag gegeben werden.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Ihrer Krankenkasse oder bei der unabhängigen Patientenberatung der KZV ( Kassenzahnärztlichen Vereinigung ) des jeweiligen Bundeslandes.

Viele Labors geben allerdings weit längere Garantie und entlasten somit auch den behandelnden Zahnarzt bei auftretenden Problemen mit dem Zahnersatz.

Dem Zahnarzt kann  schuldhaft vertragswidriges Verhalten nachgewiesen werden, wenn das Arbeitsergebnis vollständig unbrauchbar ist und eine Nachbesserung nicht möglich oder unzumutbar ist. Sind mehrfache Nachbersserungsversuche erfolglos geblieben, darf der Patient den Behandlungsvertrag kündigen oder die Weiterbehandlung verweigern.

In jedem Fall haben Zahnarzt und Labor bei Regressen ein Nachbesserungsrecht. Eine Neuanfertigung des Zahnersatzes gegen den Willen des Patienten ist nach geltendem Recht nicht möglich.

Weitere Infos gern in Streitfällen bei unserem Medizinrechtler, Rechtsanwalt Stefan Johannsen in Kiel.

 

Fazit: Der Zahnarzt hat allein ein Recht auf Nachbesserung des Zahnersatzes; ein Recht auf Neuanfertigung gegen den Willen des Patienten steht dem Zahnarzt nicht zu.